Der Wahrheit: Zabrze, 22. März 1908, nach der Vereinnahmung von 22 Gläsern selbstgebrannten Polen-Wodkas auf das Wohl der Jungfrau Maria beim Pfarrfest von Pyskowicenach, erfand Opa Popolski die Pop(olski) Musik, indem er in recht angeheitertem Zustand, oder auch total besoffen einen Song schrieb, der bis heute als Mutter allen modernen (Pop)Liedguts gilt: „Ei dobrze, la!“ in den Jahren darauf folgten genau 128.000 TopTenHits der gegenwärtigen Musikgeschichte, die bedauerlicher weise später allesamt von einem windigen polnischen Gebrauchtwarenhändler entwendet und in alle Welt verscherbelt wurden. Seither kämpft nun die nach wie vor völlig unbekannte verarmte polnische Musikerfamilie Popolski- die sich aus Gründen internationaler Sprachbarrieren nun mehr nur „Die Pops“ nennen- auf musikalischem Wege und mit viel vodkagetränkter polnischer Lebensfreude, verzweifelt um die Richtigstellung und die Annerkennung der Leistung ihres Opas. Geradeso versuchen sie nun in unzähligen Tourneekonzerten, auf Live CDs, im Internet und eigenen Fernseh-Shows ihre Geschichte zu erzählen: vom Opa und der Familie, von gestohlenen Triumphen und historischen Momenten, denn die Welt sollte und muss erfahren , dass „Cherri cherri lady“ doch nur eine wunderbare Hommage an die schönste Kirschenverkäuferin auf dem Gemüsemarkt von Zabrze war.
in junges Schweizer Duo erstaunt die gesamte wählerisch-kritische Kabarettszene mit einer komplett neuen Form der Kleinkunst. So simpel die Idee… denn „Sprechen“ heißt bei „Ohne Rolf“ „Blättern“. Und das, was uns von Jonas Anderhub und Christof Wolfisberg als spontaner Sprechblasen – Dialog untergejubelt wird, ist ein wortwitzgewandtes Spiel auf gefühlten 1000 vorgefertigten Plakaten. Da ist keine Spontaneität möglich, keine Improvisation, kein Ausbrechen aus der vorgefertigten Druckerschwärze? Aber die beiden tun es trotzdem. Und genau hier besteht der Zauber ihrer – mittlerweile abendfüllenden – Kunst: Dem Publikum glauben zu machen, sie könnten auf der Bühne agieren und reagieren wie sie wollten. Dabei blättern sie durch ihr Bühnenleben, ohne Einfluss auf ihr vorgeschriebenes Schicksal nehmen zu können. Stimmbandschonend ist diese Art der Kommunikation deshalb noch lange nicht, jedenfalls nicht für die scharfäugige Zuseherschar, denn wo jede Pointe garantiert, wird gerne schon mal heiser gelacht nach Hause gegangen.
Diese für manch einen schmeichelnd anmutend, für andere schmerzliche Frage, muss sich Christian Hirdes wohl häufiger gefallen lassen. So hatte er sich seine Midlife-Crisis nicht vorgestellt! Aber so ärgerlich es für den Mühlheimer auch sein muss, nicht oft als der „fast-Mitte-der-30er-Jahre“ seiende Mann erkannt zu werden, der er ist: Als Bühnenkünstler macht es auch einen Teil seines Charmes aus. Nur als der äußerlich unschuldige Mann, kann er so naiv wirken und es doch so dicke hinter den Ohren haben. Seit einigen Jahren räumt der Grenzgänger zwischen den Disziplinen alle Preise ab, die der deutsche Kabarett- und Comedy-Markt zu bieten hat. Und dabei überzeugt er in vielerlei Hinsicht: als Wortakrobat und Poet, als Musiker und Sänger, als Kabarettist und Unschuldslamm. Oder, wie sich eine westfälische Zeitung anschließbar ausdrückte: Er spielt auf hohem Niveau völlig verrückt. Und dabei zieht er das Publikum völlig in seinen Bann, landet einen Treffer nach dem anderen und scheint kein anderes Limit als das behände Klopfen des Veranstalters auf die Uhr zu haben. Ist also Hirdes jungendliches Aussehen das Geheimnis seines Erfolges? Urteilen Sie selbst und besuchen Sie den Kabarettisten am 20. September im Langenfelder Schaustall, der das Geheimnis der ewigen Jugend für dich entdeckt zu haben scheint. Vielleicht verrät er im Schaustall ja sogar sein Geheimnis…
Kay Ray „Soloshow“ 16.04.08
Samstag, 26. April, 20:00 Uhr, Schaustall, € 14,–/11,– erm.
Kobold oder Drag Queen? Der, die oder das? Wenn man Kay Ray beschreiben soll, kann man diese Frage zunächst nicht vollkommen sicher beantworten. Auf jeden Fall scheint sicher, dass es knatschebunt mit schriller Kleidung ist, gebürtig aus Osnabrück kommt, ein großes Herz hat und sowohl hervorragend sprechen als auch singen kann. Eigentlich ist das auch egal! Denn wenn ES einmal auf die Bühne gelassen wird, ist eins sofort klar: ES ist ein Künstler. Und zwar mit einer unverwechselbaren Show, die die Frage gar nicht mehr zulässt, ob nun Nina Hagen oder Cindy Laupers kleiner Bruder auf der Bühne steht. Schrill und unverwechselbar erklingt seine Stimme in den höchsten Tönen, spielt seine Theatralik Skandälchen auf der Bühne. Er ist Moderator, Märchenerzähler, Ulknudel und Chansonette. Die Mischung macht’s und lässt das Publikum verharren, sei es bei Balladen oder den peppigen Popsongs. Und eins ist Kay Ray auch noch – und zwar mit inbrünstiger Leidenschaft, gelernt und diplomiert: FriSEUSE. Daher sei hiermit eine kleine Warnung an die übereifrig in die ersten Reihen drängenden Zuschauer ausgegeben, denn es kann durchaus vorkommen, dass Kay sich einen etwas zu forsch erscheinenden Gast auf die Bühne holt, um ihm haartechnisch und provokant hoppel die pop eine neue Haarpracht zu verpassen. Provokation gerne, aber immer mit Herz!
Nach zwölf Jahren Duo-Daseins hat sich Ruth Schiffer erstmals von ihrer Bühnenbegleitung getrennt und versucht sich am 14. März mit der Vorpremiere ihres Soloprogramms „Außer mir“ als Alleinunterhalterin. Doch allein klingt einsam, ist aber in diesem Falle falsch. Denn sie ist „außer sich“, und damit so weit von sich entfernt, dass schon wieder ein Austausch möglich ist. Dabei betört sie bei diesem konzertanten Ereignis nicht nur gesanglich, sonder auch optisch. Thematisch wagt sich die ausgebildete Schauspielerin an die Stellung der öffentlichen deutschen Frau. Angela Merkel, Erika Steinbach, Alice Schwarzer und Eva Hermann. Ruth Schiffer verspricht auch allein einen Abend im Ausnahmezustand, entschieden persönlich und gewagt politisch, melancholisch und krawallig. Denn außer sich ist sie doppelt stark. Und außerdem mit Tina Teubner als Regisseurin und seelischer Unterstützung im Gepäck gefühlt in der Überzahl.
Wiglaf Droste „Will denn in China gar kein Sack Reis mehr umfallen?“ 19.02.08
Manch einer hält Wiglaf Droste für einen bösen Menschen. Soldaten etwa, oder einige Damen, die den Satiriker gründlich missverstehen (man – das vorgegangene Wort mögen die Entsprechenden hier verzeihen – denke an die brandaktuelle Ode an die rauchende Frau). Dabei ist Wiglaf Droste ein grundguter Mensch. Während einige Naturschützer in ihrer Freizeit Kröten über die Straße tragen, beschützt Herr Droste voller Liebe und Sorgfalt Wörter und Sprache. Dafür ein Dankeschön. Und dafür, dass der Autor Droste mit dem Koch Klink und dem Zeichner Heidenreich mit „Weihnachten“ so manchen Heiligen Abend gerettet haben wird.
Am 7. März liest Wiglaf Dorste ab 20:00 Uhr im Langenfelder Schaustall aus „Will denn in Cina gar kein Sack Reis mehr umfallen?“. Eintrittskarten gibt es unter 02173 794914, www.schauplatz.de oder an der Abendkasse.
Niederrhein-Kabarett mit Stefan Verhasselt 15.02.08
Stefan Verhasselt ist Radiomoderator. Der 42jährige präsentiert bei WDR 4 unter anderem die Morgenmelodie und große Veranstaltungen wie die Schlager-Star-Parade in Oberhausen oder das Sauerland-Open-Air. Er gehört damit zu den Aushängeschildern des Senders. Am 22. Februar ist der gebürtige Niederrheiner zu Gast im Schaustall. Nicht „On Air“, sondern mit seinem seinem ersten Kabarettprogramm „Machen Sie et juut“. Damit tourt er seit eineinhalb Jahren erfolgreich durchs Land. Im Gespräch mit Monika Salchert (RP) erzählte Stefan Verhasselt, dass er auch auf der Bühne Sendungsbewusstsein hat.
Was treibt einen Radiomoderator aus dem Studio auf die Bühne?
Verhasselt Radio ist und bleibt beruflich die Nummer 1 für mich. Aber ich liebe auch die ganz persönliche Bühnen-Atmosphäre und den direkten Kontakt zum Publikum. Da spürst Du sofort, ob eine Story ankommt. Seit meiner Debütvorstellung vor anderthalb Jahren im Theater von „Dr. Stratmann“ in Essen kann ich folgenden Satz noch mehr unterstreichen: „Der Applaus ist das Brot des Künstlers“. Er macht richtig satt und glücklich.
Bei „Machen Sie et juut“ möchten Sie Ihre Heimat, den Niederrhein, und speziell den Niederrheiner vorstellen. Wie ist der denn so?
Verhasselt Der Niederrheiner an sich ist ein „Assoziations-Prakesierer“. Beim Erzählen kommt er von Höcksken op Stöcksken, beim „Prakesieren“ spinnt er auch schon mal ein bißchen rum, spricht mit sich selbst und hat quere Gedanken. Für den Niederrheiner ist nicht die große Politik das Wichtige, sondern die kleine „Politik des Lebens“ mit den bedeutenden Fragen: Wer is jegestorben? Wer kann mir mal die Küch streichen? Wat gibbet zu essen?
Verstehen Sie sich als Entwicklungshelfer für den Niederrhein?
Verhasselt Wenn man jemanden so bezeichnen könnte, dann doch eher Altmeister Hanns Dieter Hüsch. Mein Anliegen ist es lediglich, die Niederrhein-Mentalität für ganz Deutschland weiter lebendig zu halten. Ich bin in Straelen geboren. In meiner Jugend habe ich auch durch meine drei frommen Tanten jede Menge gelebten Niederrhein erfahren. Das Erlebte war oftmals unfreiwillig so komisch, dass es sich lohnt, weiter erzählt zu werden.
Und die Geschichten von früher haben Sie sich alle gemerkt?
Verhasselt So ungefähr. Seit fünf Jahren habe ich alle Anekdoten gesammelt und nun daraus ein Stück geschrieben. Geplant ist auch eine Fortsetzung, denn der niederrheinische Geschichtenfundus geht weit über die aktuellen 100 Minuten hinaus. Am Ende meines Stücks werden die Zuschauer feststellen: „Überall ist ein Stücksken Niederrhein - selbst hier!“ Man muss nur die Ohren und Augen offen halten, und schon eröffnet sich der gesamte Mikrokosmos zwischen Kirche und Kneipe, zwischen Bohnensuppe und Budding.
Gibt es Niederrheinisch als eigene Sprache?
Verhasselt Niederrheinisch ist eher eine Mentalität als eine Sprache. Natürlich gibt es regionale Sprachfärbungen zwischen Lobberich und Dinslaken, zwischen Kleve und Langenfeld. Das sind die Dialekte. Aber mit sprachwissenschaftlichen Untersuchungen hat es der Niederrheiner nicht. Niederrheinisch drückt sich in der Art des Denkens und Fühlens aus.
Aber man versteht Sie auch anderenorts?
Verhasselt Aber ja. Manche Zuschauer denken, ich spreche Platt. Das ist nicht so, das kann ich auch gar nicht. Und wenn, wäre ich wahrscheinlich niemals beim Radio gelandet. Ich bin nicht nur am Niederrhein, sondern auch in München und Hamburg zu verstehen, also grammatikalisch. Ich lade die Zuschauer meines Kabarettstücks ein, die niederrheinische Mentalität kennenzulernen und in den 100 Minuten „mal eben zu mir na Haus' zu kommen“.
Kabarett „Machen Sie et juut“ mit Stefan Verhasselt, Freitag, 22. Februar, 20 Uhr, „Schaustall“; Karten unter Telefon 794 926.
...und der Mensch kommt vom Finanzamt, und seine Hobby ist Quittungen sammeln. Noch Fragen? Eigentlich ist dem ja auch gar nichts mehr hinzuzufügen. Außer, eventuell, dass er die erotische Ausstrahlung einer menschgewordenen Büroklammer besitzt und seine sympathischen kleinen Zwangsneurosen ihn stetig davon abzuhalten versuchen, „die Menschen“ auf seine Art mit ihrem ärgsten Feind, dem Finanzamt, zu versöhnen“. Allerdings bleibt er selten lange bei diesem, seinem Thema, denn: Herr Heuser fühlt sich eigentlich zu Höherem berufen, und der Sprung weg von der Werbekostenpauschale hin zur großen Weltpolitik ist für ihn, einem Mann von Welt, nur ein ganz kleiner. Sein Äußeres erinnert ein wenig an einen billigen Trickbetrüger aus einem schlecht nachgespieltem Spot aus: „Vorsicht Falle“. Dennoch legt der hinter der Maske steckende Kabarettist Gernot Voltz eine brilliante Vita aufs Papier. Als Mitbegründer und Ensemblemitglied des legendären Pink Pantheon ist er ein alter Hase im Geschäft und steckt unter anderem als Autor hinter so ruhmesschwangeren Namen wie Jürgen Becker, Wilfried Schmickler, Kalle Pohl und Götz Alsmann. Zurzeit lebt er mit seinen drei Kindern in Bonn und leistet somit seinen ganz persönlichen Beitrag zum Kampf gegen die Rentenmisere.
Speijbl + Hurvinek „Das Beste von Speijbl + Hurvinek“ Programm für große Leute 15.02.08
Die magisch anmutende und humorvolle Puppenshow aus dem tschechischen Prag fasziniert jegliches Publikum und sorgt für anhaltende Beifallstiraden auf allen Bühnen bei großen und kleinen Menschen. Die Hauptfiguren Speijbl, Hurvinek, Manicka und Frau Katharina, aus der Goldenen Stadt sind kleine Leute, die auf der ganzen Welt zu wahrhaft großen Stars heranwuchsen. Wie der Wein zur Toskana, die Mönche zu Tibet und der Karneval zu Köln, so ist die Geburtsstätte dieses besonderen Puppenspiels in Prag zu suchen und zu finden. Und es verwundert den Zuschauer nur wenig, dass ausgefeilte Bühnentechnik, Perfektion in der Führung der Marionetten und liebevoll gestaltete Bühnenbilder es vermögen den hölzernen Kerlen Leben, Persönlichkeit und Humor einzuflößen. Mehr als 80 Jahre zählt Vater Speijbl schon und auch sein Sohn Hurvinek hat mit knappen 70 Lenzen das Verfallsdatum knapp überschritten, aber Spiel bleibt Spiel und in der Fantasie seiner Macher bleibt er somit das ewige Kind und treibt mit seiner - zum Markenzeichen gewordener - Frage: „Vattiii, was ist das eigentlich, Liebääääää?“ seinen zur Geduld verdammten Vater auf eine harte Probe, die mit spitzfindiger Zunge beantwortet den großen Leuten einen geistreichen und spritzigen Abend zu werden versprecht.
Stefan Verhasselt „Machen Sie et juut“ – Das Niederrhein-Kabarett 15.02.08
Männer werden schon erklärt. Frauen auch. Politik und Weltgeschehen sowieso. Bei Stefan Verhasselt gibt’s dafür mal was neues, nämlich „kabarettistisches Prakesieren“ Wer jetzt nicht wirklich weiß was das ist, egal, denn wenn man schon alles wüsste müsste man ja nicht mehr kommen. Nur soviel vorab. So wie sich unser hochgeschätzter Dauergastkabarettist Konrad Beikircher väterlich und würdevoll dem Rheinland annahm, konzentriert sich der Herr Verhasselt auf das etwas stiefmütterlich anmutende, aber nicht weniger spleenige Gebiet des Niederrheins. Und hier geht es dann ganz konkret um den klüngeligen Mikro-Kosmos zwischen Kirche und Kneipe, Bohnensuppe und Pudding. Fremdwörter werden ständig und allzu gerne verniederrheinert!“ Das fängt bei Napoleon an und hört bei Budding mit Haut auf. So, neugierig auf mehr Spiel, Spaß und Spannung? Gut, denn 100 Minuten Anekdoten und Geschichten weiß der Herr anzubieten und damit’s nicht langweilig wird ist das ganze Programm durchzogen von Ausschnitten aus des Künstlers Radiosendungen, Hörergrüßen, Werbung, Nachrichten und Kommentaren. Und alles schön zusammen gemischt. Quasi wie „Möhren Unternander“
Für seine aktuelle Deutschland-Diagnose bringt sich Arnulf Rating diesmal kompetente medizinische Unterstützung mit. Schwester Hedwig, die resolute „Grand Dame“ für alle Kassen, kennt sich bestens aus und weiß mit ihrem Domina-ähnlichen Charme schnell zu überzeugen. Wenn einer etwas zum Pflegezustand dieses Landes sagen kann, dann sie! Etwas verängstigt, registriert der geschätzte Gast schnell, dass die Frau durchblickt - dank ihrer langjährigen Erfahrung in der Praxis und der Kenntnis ihrer Patienten vom einfachen AOK-Mitglied bis zu Größen aus Politik und Wirtschaft. Gleichsam krönt sie sich selbst gern zur Super-Nanny der Nation. Nach wahrhaft 30 Jahren kabarettistischer Sprechstunden in Deutschland stellt Arnulf Rating fest, dass einige Leiden im Land doch eher chronischer Natur zu sein scheinen, da auch nach der 56. Gesundheitsreform noch erheblicher Therapiebedarf besteht. Deutschland – gibt es da nicht auch etwas von ratiopharm? Nein, leider nicht. Daher sollte sich das Publikum übergangsweise von Dr. Rating und Schwester Hedwig zu alt bewährten Hausmittelchen wie mentalen Lockerungsübungen und einer erschütternden Zwerchfelltherapie verleiten lassen.
Schauplatz-Geschenkideen für Last Minute-Weihnachtsmänner 18.12.07
Mitunter ist die Angelegenheit mit den Weihnachtsgeschenken eine Schwierige: Man eilt etwa durch das überfüllte Zentrum der benachbarten Großstadt und kommt nicht weit, weil ohne das Deutsch/Niederländisch-Wörterbuch kaum etwas klappt. Wieso also nicht so: Entspannt geht es zum Vorverkauf im Schauplatz-Foyer, dort berät eine freundliche junge Dame und schon hat man prima Geschenke für Freunde und Familie.
Für den Kabarettfreund gibt es zum Beispiel einen Abend mit Arnulf Rating (9.2.) oder Matthias Deutschmann (16.3.), größere Kinder haben Spaß mit Oliver Pocher (5.9.), Sprachfetischisten freuen sich über Wiglaf Droste (7.3.), Nesthocker werden bei Volker Diefes Programm „Hotel Mama“ auf selbstständigen Kurs gebracht und A-capella-Verehrer lauschen Harmony Central (16.2.) oder Waschkraft (1.3.). Weitere Geschenkideen und das vollständige Programm der Schauplatz Langenfeld GmbH finden Sie im Internet unter www.schauplatz.de.
Verkauf von Eintrittskarten, Gutscheinen und umfangreiche Beratung gibt es im Vorverkauf im Schauplatz-Foyer montags bis freitags zwischen 15:00 und 18:30 Uhr sowie samstags von 10:00 bis 13:00 Uhr. Telefonisch erreichen Sie den Vorverkauf unter 02173 794926.
„Let me entertain you“, könnte einst die Überschrift seines Nachrufs bilden, wenn der Mann sich nicht dem deutschsprachigen Liedgut verschrieben hätte. Mittlerweile Programm ist sein trockener Witz, gepaart mit einer ausgeprägten charismatischen Wortakrobatik, die immer wieder die Lust an intelligentem Wortgeplänkel aufleben lässt. „Götzi-Mausi“ (wie seine WG-Mitstreiterin Christine Westermann in herzlich und aufrichtig nennt) — mit der zum Markenzeichen erkorenen schwarzen „Drei Wetter Taft! Perfekter Halt und“- Tolle — prägt sich selbst am liebsten durch sein leicht liebenswert-selbstgefälliges Erscheinungsbild und erinnert charmant an alte Showgrößen wie Peter Frankenfeld und Hans Joachim Kuhlenkampf.
Doch bei all seinen selbst- und darstellerischen Exkursen, als Moderator, Show- und Rundfunkstar ist der quirlige Hornbrillenträger vor allem ein genialer Musiker. Als brillanter Pianist hat sich Götz Alsmann selbst eine musikalische Nische erschaffen, die es ihm vergönnt zwei seiner absoluten Lieblingsstilrichtungen in Tönen miteinander zu vereinen und seine Leidenschaft in der Geburtsstunde des Jazzschlagers auszuleben. So stellt auch sein neuestes Bühnenprogramm eine Hommage an die letz veröffentlichte CD „Mein Geheimnis“ dar, die eindringlich traditionelle Kompositionen der 50er- und 60er- Jahre in Form eingängiger Arrangements im Mambo-, Swing- und Jazz-Gewand kleidet. Kurzum: ein Abend zum Ergötzen!
Jahrzehntelang schon grübeln die Hochgelehrten, was einen Menschen mehr beeinflusst in seiner Entwicklung: die Umwelt oder die per DNA und DNS erbarmungslos in die frühembryonale Entwicklung hineingedrängten Gene. Im Falle von Anka spielt das wohl keine allzu große Rolle, denn Pöttchen und Deckelchen fanden sich jeck und doll an einem Karnevalssonntag im närrisch-rheinischen Bonn, als klein Anka das kamellengetrübte Licht der fünften Jahreszeit erblickte. Doch dem nicht genug, denn eine schunkelnde Krankenschwester setzt dem noch so unschuldigen kleinen Mädchen just ein XXXS Narrenkäppchen auf, bevor Mama Zink ihr Jüngstes mit einem dreifachen Alaaf in der jecken domnahen Stadt begrüßen konnte.
Dennoch versuchte Anka , inellektuell und hochbegabt, lange gegen ihre ureigenste Bestimmung anzukämpfen. Doch als die frisch diplomierte Soziologin feststellen musste, dass ihre Vorlesungen nur einen so großen Zulauf genossen, weil ganze Heerscharen von geisteswissenschaftlichen Akademikeranwärtern regelmäßig vor Lachen unter die hochheiligen Universitätsbänke rutschten, ergab sie sich endlich ihrem Talent und unterzog sich, immer unter der Aufsicht der berühmt-berüchtigten Kommödchen Prinzipalin Lore Lorentz, einer ordentlichen kabarettistischen Zweitausbildung. Längst ist sie zur intellektuellen Diva der deutschen Humoristen gewandelt und beglückt mit ihrer charmanten, eleganten Art nun endlich den heimischen Schaustall mit ihrem sechsten Soloprogramm der alltäglichen kleinen und größeren Begebenheiten.
FLORIAN SCHROEDER »Auf Ochsentour« 12.10.07
26.11. Live-Programm „Auf Ochsentour!“ am 26.11. im Schaustall
Es ist nicht leicht, in diesen Tagen Schroeder zu heißen. Und sich mit "oe" schreiben, hilft auch nicht wirklich. Erst recht nicht, wenn Du Mitte zwanzig bist und auf Kommando auch noch so klingen kannst wie Schröder. Aber Schroeder tut, was Schröder nicht tut: Er lässt sich vor keinen Karren spannen, außer vor den eigenen. Und den zieht er durch die ups and downs des Landes: spricht über die letzten Tage der SPD, beweist am eigenen Leib, dass es auch Spaß machen kann, wenn die Kasse den Therapeuten nicht mehr übernimmt, analysiert sich und das Publikum gnadenlos, denn wenn wir schon untergehen, wollen wir wenigstens wissen, mit wem. Als ordentlicher Student zeigt er, dass es gut ist, dass die Unis so unordentlich sind wie sie sind, weil sonst keine Zeit mehr bliebe, um den Taxischein zu machen. Das wäre blöd. Florian Schroeder hat ihn nicht gemacht. Das ist noch blöder. Deshalb ist er jetzt "Auf Ochsentour".
Johann König eskaliert im Schauplatz 25.09.07
Wer Johann König nicht kennt, stolpert zunächst über seine Männer-atypische, weinerlich hohe Stimme. Unwillkürlich räuspert man sich, in der Hoffnung, den etwaigen Frosch aus des Künstlers Hals gleich mit zu befreien. Doch die Stimme gehört zum Programm, und die ist — wie der Titel schon verrät — eben eskaliert. Mit extrem reduzierter Bühnenaktion präsentiert König sich in gewohnter Selbstironie und kokettiert mit seinem Künstlerdasein: mal melancholisch, mal selbstverliebt. Scheinbar hilflos und wirklichkeitsfremd trägt er Erkenntnisse des Alltags und seine schrägen, tollkühnen Lieder vor und begrüßt auch in seinem neuen Programm Bruder Horst-Kevin, Helmut aus Peru und die blinde Taube. Ob es die Darstellung des ewigen Loosers ist, den jeder in sich kennt (ob er sich nun dazu bekennt oder nicht) oder warum sonst Johann König es schafft, das Publikum so zu begeistern, bleibt die Frage. Aber die stets ausverkauften Häuser und wir geben ihm recht: Der König ist Kaiser – auch am 28. September ab 20:00 Uhr im Langenfelder Schauplatz.
Johann König „Johann König eskaliert“ Kabarett Freitag, 28. September, 20:00 Uhr, Schauplatz, € 18,-/15,- erm.
Stunk unplugged - Tour 2007 mit Ensemblemitgliedern der Kölner Stunksitzung 08.09.07
können die eigentlich nicht anders? Sind die sich fies vor allem was nicht ein „Stunk“ ist? Haben die denn gar kein zu Hause mehr? Man möchte doch eigentlich meinen, dass so eine Stunksitzungssession - dabei handelt es sich immerhin nicht nur um die närrische Zeit von Altweiber bis Aschermittwoch, sondern um 45 Vorstellungen plus einer Probenzeit, die in aller Regel schon im spätsommerlichen September beginnt - ausreichen mag, dass die Herrschaften sich allmählich mal so richtig auf den Kappes gehen.
Aber weit gefehlt. Schnell kommt nach einer kurzen Entspannungsphase von gefühlten vier bis fünf Tagen schon wieder die Sehnsucht auf, Ideen werden geboren, Ehemalige wie Wolfgang Nitschke(einmal Stunker immer Stunker) melden sich schüchtern, aus ihren Soloprogrammen entsprungen, zu Wort, und flugs zieht die ganze Truppe einfach mal raus aus der Stadt und beglückt mit ihrer „schöner als Sommer-Strand und Sauerkirschen Tour“ all diejenigen, die genauso hibbelig auf ihren - mit kleinen Narrenkäppchen verzierten - Gartenstühlen rumrutschen, sechs Monate alte Kamellen aus ihren Inlays pulen und ihr Glück nicht fassen können, einen kleinen glücklichen Moment lang, die gefühlte schönste Jahreszeit mit der kalendarischen in Einklang zu bringen. Alternativkarnevalistische Glanzlichter aus 23 Jahren Stunksitzung. Na... wer hat denn nicht als Kind mal heimlich im August eine Weihnachtsplatte gehört?
Das unerquickliche Ende der WM steckt vielen noch in den Knochen. Sprüche wie „Das Spiel dauert 90 Minuten“ und der „Ball ist rund“ sind noch präsent. Schmerzlich aber mussten wir lernen: Das Spiel dauert oft auch länger. Aber der Ball ist rund. Und der Deutsche? Der sei an sich eckig. Das zumindest behauptete Andreas Rebers in seinem letzten Programm. Ob dieser gewagten Aussage sind wir natürlich gespannt, was er uns dieses Mal aus seiner Sichtweise erklären möchte. In seinem neuen Programm „Ziemlich dicht“ gilt der Welt 2.0 sein Hauptaugenmerk. Web 2.0, Telefon 2.0, Menschen 2.0: Egal, Hauptsache vernetzt.
Und dabei ist es auch nicht von Bedeutung, wozu man sich überhaupt zusammen tut. Manchmal reicht als Gemeinsamkeit auch die Farbe der Unterhose. Doch dies geschieht in einer Schnelligkeit, der sich der gemeine Mensch eher mit Langsamkeit nähern sollte, um überhaupt noch etwas zu verstehen. Wenn Sie auch manchmal vom ständigen Downloaden überfordert sind und müde, ständig nur die Hotline abzukriegen, lassen Sie sich vom heimlichen König der Volksmusik beraten. Der präsentiert uns am 21. September im Schaustall ein musikalisches Kabarettprogramm über den rasenden Stillstand in den Netzen und Herzen.
„Die Prinzessin auf der Erbse“ Lille Kartofler Figurentheater 08.09.07
Kindertheater - Mittwoch, 19. September, 15:00 Uhr, € 4,–/3,– erm., für Kinder ab drei Jahren
Es war einmal ein Prinz, der wollte eine Prinzessin heiraten, aber es sollte eine wirkliche Prinzessin sein. Nun reiste er die ganze Welt umher, um eine solche zu finden, aber überall stand etwas im Wege. Prinzessinnen waren schon genug da, aber ob es wirkliche Prinzessinnen waren, dahinter konnte er nicht kommen, immer war etwas da, was nicht stimmte. Deswegen wird er Prinz am 19. September um 15:00 Uhr im Langenfelder Schauplatz auf Brautschau gehen. Das Puppenspiel folgt dem Märchen des dänischen Poeten H. C. Andersen, setzt aber in der Inszenierung, in der Ausgestaltung der Figuren, in dem Ausspielen der Szenen eigene interpretierende Akzente.
Der Konflikt von Schein und Sein, der den Kern des Märchens bildet, wird bildhaft deutlich von den Puppen vorgelebt - bis zuletzt das Prinzeßchen, das mit ihrer ärmlichen Erscheinung und ihrer lebensfrohen unbekümmerten Art so gar nicht zur eleganten Aufgeblasenheit, Griesgrämigkeit und Enge des Hofstaates paßt, nach bestandener Prüfung mit der einen Erbse unter den zwanzig Matratzen, Decken und Kissen, Ihren Prinzen heiraten darf... Die Prinzessin liegt in Zusammenarbeit mit dem Förderverein der Stadtbücherei Langenfeld im Schauplatz auf der Erbse.
Jeden Morgen unter der Dusche freut sich die Autorin über die jeweilige Comedy-Einlage auf 1LIVE. Mag die auch nicht immer gleich gut sein, reicht es doch stets, um den allmorgendlichen Muffkopf zu vertreiben. Doch nicht alle Hörer sind gleichermaßen amüsiert, vor allem Betroffene reagieren bisweilen gar gegenteilig. So fand es Lukas Podolski (im Folgenden liebevoll Poldi genannt) wenig witzig, in der WDR-Satire als „Fußball-Prolet“ dargestellt zu werden. Mittlerweile hat sich der Streit gelegt, zum Glück, und Stimmen-Imitator Jan Rainer Böhmermann erzählt den Hörern weiter aus Poldis geheimen Tagebuch. Darin: Erfahrungen mit Schweini, also Basti ne, Totti Frings und dem Rest der Fußballer-Welt.
Und damit geht 1LIVE jetzt auch auf Comedy-Tour. So begibt sich Böhmermann mit seiner Show „Lukas’ Auswärtsspiel“ auf die Bretter die die Welt bedeuten, also in den Schauplatz (6.9.). Hier erfahren wir hoffentlich etwas über Poldis Zeitvertreib zwischen WM und EM. Und ob er eins mit dem nassen Handtuch bekommen hat, als Bayern die Meisterschaft vergeigte.
Norbert Alich + Lioba Albus „Was Gott getrennt hat, kann der Mensch nicht binden“ 03 .09.07
Lioba Albus und Norbert Alich verlassen am 8. September im Schaustall den Kuschelkurs und machen Schluss mit halbherzigen Harmoniebekundungen. Dass das Leben kein Ponyhof ist, beweisen die beiden Kabarettinstanzen mit ihrem auf offener Bühne ausgetragenen Feindschaftsabend „Was Gott getrennt hat, kann der Mensch nicht binden“. Mit Alich und Albus treffen Welten aufeinander, die dereinst sogar Napoleon pietätvoll zu trennen wusste: Rheinland und Westfalen.
Das ständige Mentalmissverständnis vom westfälischen Kaltblut Mia Mittelötter (Albus) und dem rheinischen Gockel Hermann Schwaderlappen (Alich) alleine ist schon ein hoch explosiver Clash of Cultures. Aber diesem Eskalationspotenzial noch lange nicht genug, gehören die beiden hitzköpfigen Protagonisten zu zwei weiteren Gruppen, die man meistens tunlichst trennen sollte wie Hund und Katz: Männer und Frauen.
Ene mene muh und raus bist DUUUU07.06.07
Veranstaltung: Biggi Wanninger und Anne Rixmann „Zwei ist eine zuviel“
Endlich wieder Zickenkrieg, Einschmeichelndes und Lästereien vom Feinsten. Erfrischend viel Weibliches bietet, in diesem immer noch von zu vielen Männern dominierten Genre, das zweite „Solo - aber doch lieber zu zweit“ – Programm der langerfahrenen Kölner Stunksitzungspräsidentin Biggi Wanninger und ihrer besten norddeutschen „Immi“-Freundin und Bühnenkollegin Anne Rixmann. Äußerlich bedienen die beiden stimmlich hervorragend ausgebildeten Komikerinnen aller Klischees der evaresken Kritiker, denn ihre augenscheinlichen Gegensätze benutzen sie geschickt, um gleichgeschlechtliches Konkurrenzverhalten auf der Bühne perfekt in Szene zu setzen und zu bedienen. Dennoch, den hell-leuchtenden Schalk der Selbstironie im Nacken, darf nicht nur gelacht werden – und zwar über Frauen und Männer. Und als höchste Auszeichnung kollegialer Ehrerbietung kann das geübte Publikumsauge sogar ein altvertrautes Requisite auf der Bühne entdecken, welches das legendäre 3Gestirn Köln1 der Herren Schmickler, Nitschke, Kämmer den beiden kölschklüngeligen Lästerladies in Form eines applausgetränkten roten Samtvorhangs zur Verfügung gestellt hat.
Mut proben07.06.07
Veranstaltung: Gottfried und Carracho Die Complizen
„Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr“. Hat nicht jeder eine Tante Anna- oder einen Onkel Peter, der diesen Spruch schon mal beim sonntäglichen Kaffeetrinken lauthals in die Welt geschmettert hat. Dennoch kann eingestanden werden, dass auch an den noch so plakativsten Sprüchen oftmals ein Fünkchen Wahrheit pappt? Je älter man wird, um so schwerer fällt es doch, liebgewonnene Gewohnheiten zu ändern. Halten wir nicht nur allzu gerne an unseren Macken und Ticks fest, obwohl das Leben ohne sie oftmals viel leichter wäre? In dieser Geschichte des Figurentheaters „Die Complizen“ geht es um Mut und das eigenen „Sich Mögen“. Als Kind erlernt, fällt es vielleicht auch dem erwachsenen Menschen leichter sozialvertäglich und tolerant zu sein. Gottfried und Carracho, eine Kröte und ein aus der Stadt verjagter Hund, lernen, was es heißt, sich so anzunehmen, wie man ist. Schmusig anschmiegsam sind die watteweichen Tischfiguren, die die Kinder mit auf Reisen nehmen und neben viel Spaß und Amüsement vielleicht fürs spätere „Hans sein“ auch noch was lernen lassen.
Robert Griess, 25.5., Schaustall, hat Sommergrippe / Denis Fischer am 26.5. im Flügelsaall24.05.07
Zwei Programmveränderungen für das kommende Wochenede hat die Schauplatz Langenfeld GmbH zu vermelden: Das für den 25.5. angekündigte Kabarettgastspiel von Robert Griess kann leider nicht stadtfinden, da der Künstler von einer hartnäckigen Sommergrippe heimgesucht wurde. Ein Ersatztermin steht dato noch nicht fest. Bereits erworbene Karten können am 25.5. an der Abendkasse im Schaustall oder im Kartenvorverkauf des Schauplatz montags bis freitags zwischen 15:00 und 18:30 Uhr sowie samstags von 10:00 bis 13:00 Uhr gegen Bares getauscht werden.
Denis Fischer wird nicht im Wald stehen: Auch für die Veranstaltung am folgenden Tag, Samstag den 26.5., gibt es eine kleine Veränderung: Das im Rahmen der neanderland biennale und in Kooperation mit der Musikschule veranstaltete Konzert von Denis Fischer wird aufgrund der vorhergesagt turbulenten Wettersituation nicht auf der Grusellichtung, sondern zur Sicherheit des Publikums im Flügelsaal des Kulturzentrums stadtfinden. Trotz des veränderten Auftrittsortes darf das Publikum sich auf kleine und besondere Überaschungen im Rahmen der Veranstaltung freuen.
Zusatzaufführung des Theaterstücks "Leerzeit" der Blinklichter21.05.07
Auf Grund der hohen Nachfrage hat sich Frau Schafheutle von den Blinklichtern entschieden eine Zusatzvorstellung des Theater und Videoprojekts der Blinklichter "Leerzeit" am Montag dem 4. Juni im Schaustall zu geben.
"LEERZEIT - EIN STÜCK JUGENDLICHER LANGEWEILE" Ein Theater-Videoprojekt der Blinklichter Montag, 4. Juni, 19:00 Uhr, EUR 7,- / 4,-(erm.) SchauSTALL
Ließ Mariechen Mariechen ma’ riechen…08.05.07
Veranstaltung: Wolfgang Nitschke „Hauptsache Wind“ Rubrik: Kabarett Samstag, 12. Mai, 20:00 Uhr, Schaustall, € 13,—/10,—(erm.)
Ein Hoch auf die deutsche Sprache! Zum Erhalt derselben und ihrer archaischen lexikalischen Leckerbissen beginnt dieser kleine Bericht mit dem Wort „verhohnepiepeln“. Durch Derivation formen wir daraus „Verhohnepiepler“ und nach einer kleinen Komposition sehen wir „Politikerverhohnepiepler“. Das nämlich ist der werte Herr Nitschke nicht nur in seinem neuen Programm „Hauptsache Wind“. Und nicht nur Politiker werden beim Chefsatiriker allein durch ihre eigenen Zitate vorgeführt. Sämtliche öffentlich zur Schau gestellten Figuren, die dann auch noch meinen, ihren Sermon in literarische Formen bringen zu müssen, nimmt Nitschke vorlesenderweise aufs Korn. Und das ist derart unterhaltsam, dass man sich kaum entscheiden kann, wenn der Kabarettist das geneigte Publikum zwischen dem Buch von Daisy (Mosis Schoßhund) und dem neuesten Buch des Dalai Lama wählen lässt. Denn selbst der ist hier nicht mehr heilig. Und wie könnte man das auch erwarten: In einer Welt in der 80 Prozent der Deutschen nach Ostereiern suchen, die sie selbst versteckt haben?
Germany’s next top-book08.05.07
Veranstaltung: Tintenherz Burgtheater Bautzen nach einer Buchvorlage von Cornelia Funke Rubrik: Puppentheater ab 8 Jahren Sonntag, 13. Mai, 16:00 Uhr, Schauplatz, € 8,—/6,—(erm.)
Donnerstagabend. Während sich etwa 95 Prozent aller fernsehschauenden Teenies von Heidi Klum durch „Germany’s Next Topmodel“ führen lassen, gibt es da noch einen winzigen Teil, der sich in einer anderen Welt befindet, in der die größten Probleme weder abgebrochene Absätze, noch verlaufene Wimperntusche sind, sondern rüde Schurken und mystische Wesen. In so einer Welt befindet sich jeder, der die erste Seite von „Tintenherz“ aufgeschlagen hat. Die restlichen 95 Prozent werden ständig durch „kurze“ Werbepausen daran erinnert, wie lange ihr donnerstagabendliches Vergnügungsprogramm noch andauert. Ist man jedoch einmal in die Welt von Tintenherz eingetaucht, verliert der Leser leicht den Hang zur Realität und wird vom rasanten Geschehen der Geschichte mitgewirbelt. Oft muss allerdings die fiese Erfahrung gemacht werden, plötzlich zurück ins Leben gerissen zu werden. Und statt zu erfahren, ob der Feuerspucker es schafft aus der fremden Welt errettet zu werden, steht der bittere Realitäten-Alltag mit aller Macht wieder vor der Tür. Um diesem Jeden-Tag-Allerlei noch für ein paar Stunden zu entfliehen, bietet das Bautzener Puppenburgtheater die Möglichkeit, die fantastische Geschichte eines tapferen, jungen Mädchens, eines Buchbinders mit Zauberkräften, eines unheilvollen Verbrechers, Wesen aus fremden Welten und eines sagenumwobenen Buches hautnah zu verfolgen.
Manfred J.P. Dudek11.04.07
“Ja, Sie mich auch!“, Kabarett Freitag, 20. April, 20:00 Uhr, Schaustall, Euro 13,-/10,- erm.
In seinem 3. Soloprogramm nimmt Manfred J.P. Dudek wieder einmal "SIE" aufs Korn. Mit "Sie" meint er Sie, aber auch die "Sie" an der Seite eines Mannes. Kurzum, Geschichten aus dem Alltag eines Mannes, in dem er Mittelpunkt allen Seins ist. Zumindest glaubt er fest daran, und aus diesem Blickwinkel heraus schildert Manfred J.P. Dudek Erlebtes und Beobachtetes. In seinem dunklen Anzug wirkt er so angepasst und lieb. Und diesen Anzug trägt er den ganzen Abend. Als "großer Umzug" muss es schon gewertet werden, wenn er einmal sein Sakko öffnet oder gar auszieht. Viele seiner Geschichten haben einen hohen Wiedererkennungswert, und spiegelt satirisch den ganz normalen Wahnsinn des Alltags wieder. Manfred J.P. Dudek schildert die Erlebnisse eines Mannes im Supermarkt, aber auch welche Hindernisse beim Aufbau einer Schrankwand zu überwinden sind. Was eine volle Blase mit uns macht, und wie unterschiedlich die Wahrnehmung von Mann und Frau ist. Kurzum, "Ja, Sie mich auch" wird jedem, der es gesehen und gehört hat, neue Erkenntnisse bescheren. "Ja, Sie mich auch" betrachtet nicht nur die andere Seite, sondern betrachtet vieles auch aus einem schrägen Winkel. Und darum gilt, wer dieses Programm verpasst, darf sich anschließend nicht über seine Bildungslücke beschweren. Und wenn es dann doch einmal jemand wagt, ja dann "Ja, Sie mich auch"!
„Die große kleine Tiger-Reise – Das Musical nach Janosch“ 11.04.07
Cocomico-Theater Familienmusical Samstag, 21. April, 16:00 Uhr, Schauplatz, Euro 10,–/7,– erm.
Janosch wird 75! Zu diesem Anlass wird es bundesweit Ausstellungen geben, ab Herbst 2006 kommt ein Janosch - Kinofilm in die Lichtspielhäuser... Und passend zu Janoschs Ehrenjahr geht Cocomico mit der Wiederaufnahme seines erfolgreichen Musicals "Janoschs Große Kleine Tiger-Reise" auf Tournee. Das Erfolgsteam von "Bibi Blocksberg", "Benjamin Blümchen" und "Der Kleine Eisbär" (Marcell Gödde, Karl-Heinz March und Uwe Vogel) bringt die spannenden Abenteuer der Tigerente und ihren Freunden, passend zu Janoschs 75. Geburtstag, in Original - Tourneeproduktion auf die Bühnen des deutschsprachigen Europa. Die mitreißende und aufwendige Inszenierung garantiert ein faszinierendes Erlebnis! Eine großer Spaß für Kinder und die ganze Familie mit den Janosch Original-Figuren. Eben ein typisches COCOMICO-Musical mit Herz, Verstand, packenden Bildern und mitreißender Musik. "Die Große Kleine Tiger Reise - Das Musical nach Janosch": Eine Revue, die Groß und Klein mitnimmt auf eine fantastische Reise rund um die Welt!
COCOMICO fällt aus 08.03.07
Die Veranstaltung am 10.3. um 20:00 Uhr im Schaustall: COCOMICO "Ich weiß was du heute Abend tun wirst" Gruseltheater für Erwachsene muss leider auf Grund der grasierenden Grippewelle innerhalb des Ensembles ausfallen.
Die Märztermine für den Schauplatz und -stall01.03.07
Um so zu fragen: Wenn die neue Impro-Sketch-Show von Onkel Fisch (die ab Januar Sonntags nach „Zimmer frei“ via WDR verstrahlt wird – so viel Werbung muss sein) „Auffem Dorf“ heißt, wo wird wohl die Vorpremiere des neuen Bühnenwerkes der beiden sympathischen jungen Männer stattfinden? Natürlich: Im Langenfeld, dem Dorf der Herzen. Hier nämlich, in einem zur Künstlergarderobe zweckentfremdeten Bühnengraben haben Adrian Engels und Markus Riedinger eine derartig delikate Schafskäse-Oliven-Pizza genossen, die auch der Speisenkarte der „Grillstube Saloniki“ gut zu Gesicht gestanden hätte. Und auch auf dem Sportplatz dieses magischen Ortes namens Langenfeld haben die beiden Fischköpfe bei „Fußball kommt nach Hause“ ihre Sporttrikotage recht tüchtig durchgeschwitzt und für präweltmeisterliche Hysterie gesorgt.
Am 2. März ab 20:00 Uhr werden Onkel Fisch wieder zurück sein und weil die Herren Engels und Riedinger „ungern weit fahren...äh, Langenfeld so lieben“, haben sie sich den bescheiden Schaustall als Testareal für ihr neues Opus Magnum ausgeschaut. „Seit 1994 haben wir mit Krücken gefochten, uns mit Handmixern duelliert, wir waren Schafe auf Gras und haben auf unseren Hintern Geige gespielt. Wir sind gespannt, was wir die nächsten zehn Jahre machen...“ meinen die zwei Vorzeige-Kindsköpfe von EinsLive („ReimReiter“, „Sataan“, „Kaas & Kopje“). Aber sie garantieren „eine Bühnenshow irgendwo zwischen Bugs Bunny, John Woo und Monthy Python“.
Rolf Miller
„Kein Grund zur Veranlassung“
Kabarett
Samstag, 3. März, 20:00 Uhr, Schaustall, € 13,–/10,– erm.
Etwas Erbauungsliteratur von Michel Houellebecq vorweg: „Das Gute an dem Beruf des Humoristen und ganz allgemein an der humoristischen Haltung am Leben ist, dass man sich völlig ungestraft wie eine Drecksau benehmen kann, sich noch dazu die Bösartigkeiten finanziell vergolden oder mit sexuellen Erfolgen vergüten lässt, und das alles mit Zustimmung der Öffentlichkeit.“ Mit jener hübschen, glasklaren Analyse über das Leben als öffentlicher Spaßvogel zeigt der Vollzeitkabarettist Rolf Miller allen Miesepetern eine lange Nase. Der Mann, dessen Bühnendialekt mitunter an die langsameren Phasen des Ex-Bundestrainer der Herzen Klinsmann erinnert und der laut Legende 1974 D-Jugend-Torschützenkönig bei Fortuna Walldürn war, zimmert in seinem aktuellen Programm „Kein Grund zur Veranlassung“ ein muffiges Odenwälder Hinterzimmer. Eine Kopfkemenate, in der es sich in ihrer kleinstbürgerlichen Gemütlichkeit vor allem jedwede Vorurteile und reichlich Jägerzaunpolitik kommod machen. „Noch darf gelacht werden: Polt-Schüler Rolf Miller findet unter der Behaglichkeit den blanken Horror“, bemerkt die gute alte Tante taz zur kabarettistischen Dämonenaustreibung Millers. Lauschen Sie am 3. März im Schaustall also den harmlosen Sätzen Millers, die – vom Künstler selten zu Ende gesprochen – ihr böses Ende direkt in den Köpfen der Zuschauer finden.
Veranstaltung: „Ich weiß, was du heute Abend tun wirst“
COCOMICO
Rubrik: Gruseltheater für Erwachsene
Samstag, 10. März, 20:00 Uhr, Schaustall, € 13,–/10,– erm.
Irgendwo im sprichwörtlichen mitternächtlichen Nirgendwo. Ein seltsames Haus,vier mit ihren Autos gestrandeten Erdgeschöpfe und ein – unfreiwilliger – Gastgeber...Ah und oh, wird sich jetzt mancher Mensch um die 40 denken. Dennoch: Der Schauplatz befindet sich nicht im als Spukschloss getarnten Raumschiff des inzwischen etwas entzauberten, von manchen auch als hysterisches Alien-Superluder betitelten Stöckelschuhidols der frühen 80er-Jahre Frank-N-Furter aus der damals avantgardistisch anmutenden Rocky Horror Picture Show. Auch neuzeitliche Splattermassakerfantasien sind hier gänzlich fehl am Platz, denn von der Atmosphäre des Hauses getrieben, vereinbaren die Helden der Nacht vielmehr, fast schon in Vergessenheit geratende Gruselgeschichten zu erzählen. Eine Ballade von Goethe, eine Kurzgeschichte von E.T.A. Hoffmann; die Inhalte scheinen bekannt, doch langsam verwischen die Grenzen. Blutgetränkte Fiktion oder Realität der schlimmsten Art: Der Abend nimmt eine überraschende Wende... In Erinnerung schwelgend, geht es hier nicht um reißerischen Horror, sondern um den altbekannten wohligen Schauer, den die subtilen Gruselstories der viktorianischen und Biedermeier-Zeit bescheren. Ein Abend, der Adrenalin verspricht und großes Kino für die Ohren bietet. Und ein noch zum Schluss: Der Parkplatz am Schaustall ist sehhhr einsam und sehhhr dunkel.
...und der Mensch kommt vom Finanzamt, und seine Hobby ist Quittungen sammeln. Noch Fragen? Eigentlich ist dem ja auch gar nichts mehr hinzuzufügen. Außer, eventuell, dass er die erotische Ausstrahlung einer menschgewordenen Büroklammer besitzt und seine sympathischen kleinen Zwangsneurosen ihn stetig davon abzuhalten versuchen, „die Menschen“ auf seine Art mit ihrem ärgsten Feind, dem Finanzamt, zu versöhnen“. Allerdings bleibt er selten lange bei diesem, seinem Thema, denn: Herr Heuser fühlt sich eigentlich zu Höherem berufen, und der Sprung weg von der Werbekostenpauschale hin zur großen Weltpolitik ist für ihn, einem Mann von Welt, nur ein ganz kleiner. Sein Äußeres erinnert ein wenig an einen billigen Trickbetrüger aus einem schlecht nachgespieltem Spot aus: „Vorsicht Falle“. Dennoch legt der hinter der Maske steckende Kabarettist Gernot Voltz eine brilliante Vita aufs Papier. Als Mitbegründer und Ensemblemitglied des legendären Pink Pantheon ist er ein alter Hase im Geschäft und steckt unter anderem als Autor hinter so ruhmesschwangeren Namen wie Jürgen Becker, Wilfried Schmickler, Kalle Pohl und Götz Alsmann. Zurzeit lebt er mit seinen drei Kindern in Bonn und leistet somit seinen ganz persönlichen Beitrag zum Kampf gegen die Rentenmisere.
Heißt es nicht: „Wer nicht fragt bleibt dumm“? Also, warum zieht es einen britischen Comedian ausgerechnet in ein so humorvolles Land wie diese Republik? Wollte der Mann ursprünglich Entwicklungshelfer werden? Findet er, dass sich das deutsche Wetter großartig von seinem Schirm-Charme-und-Melone-Londoner-Westend-Heimatwetter unterscheidet? Ist er lebensmüde und versucht nun, sich an zu kaltem Kölsch aus seiner Wahlheimatstadt zu ertränken? Aber wahrscheinlich zeichnet genau dies den fiesen, schwarzen Humor aus, und die Fragen, die sich der quirlige Engländer diesmal stellt, zielen bitterscharf direkt ins Herz: Denn was ist das Menschsein eigentlich? Wahrscheinlich nichts weiter als Affen, die Glück hatten? Sind die wenigen ungeklärten Fragen des Tierreichs, die Sielmann, Grzimek und Co. für die Nachwelt noch zur Erforschung übrig ließen, letztlich viel interessanter? Warum werden denn frei laufende Hühner immer dekadenter? Und kann man Haie tatsächlich als die Nazis der Weltmeere bezeichnen? Dafür, dass englischer Humor tatsächlich auch in deutscher Sprache funktioniert, steht Mark Britton mit seinem Namen, denn seine One Man Show ist eine nahezu perfekte Mischung aus Kabarett, Pantomime, Slapstick und abgedrehten Tanzeinlagen. Aus diesem Mann fließt pure Energie, intelligent genutzt – eben einfach tierisch.
Junge Männer, die sich bei Ebay einen Zauberkasten bestellen, um bei Familienfeierlichkeiten Geldscheine aus Onkel Ottos Ohr zu magieren und auf dem heimischen Esstisch Tante Lisbeth als vermeintliche Jungfrau zersägen wollen, gelten unter Gleichaltrigen gerne als Freaks. Sie genießen unter den hippen Kids (man möge diese Formulierung entschuldigen) mäßiges Ansehen: Stehen kleine Zauberer, die dem Zielgruppenalter Harry Potters entwachsen sind doch etwa auf einer Stufe mit leidenschaftlichen Schach-AG-Teilnehmern. Nicht so Ken Bardowicks! Der ist Mitglied des Magischen Zirkels, kaum über 30, sieht aus wie ein Oberstufenschüler, der auch mal blau macht und gilt als das Talent im Genre Magic-Comedy. „Defekte Effekte“ heißt sein aktuelles Programm, das die Zuschauer gleich kistenweise Bauklötze staunen lässt. Denn das, was er am 24. Febraur ab 20:00 Uhr im Schaustall charmant chaotisch an zauberhaften Tricks vorführen wird will Gott sei Dank so gar nicht an die durchschaubaren Kartentricks auf lauen Familienfeiern erinnern.
Michael Klein "Lieber Gott - schmeiß bitte Hirn vom Himmel" 07.02.07
Grüne Wälder, beschauliche Örtchen, skifahrende Holländer, verschreckte Rehe: Das ist das Sauerland. Viele große Namen sind diesem Landstrich entsprungen, seien es Politiker wie Münte, Merz oder der Bundespräsident a.D. Lübke (legendär: "Sehr geehrte Herren, sehr geehrte Damen, liebe Neger. "). Aber auch Lifestyle-Sternchen wie Birgit Schrowange und Sänger Sasha (bzw. Dick Brave) nutzten ihre beschauliche Kindheit zwischen Feld und Wald als Karrierevorbereitung.
Für beabsichtigte Komik hingegen war das saure Ländchen bisher eher wenig bekannt. Aber nun gibt es Michael Klein, der mit seinem politischen und gesellschaftskritischen Programm "Lieber Gott - schmeiß bitte Hirn vom Himmel" im Schaustall gastieren wird. Der jetzige Bonner spielt mit dem Genre Kabarett, mit Satire und Ironie. Mit knallhartem Wortwitz nimmt er sämtliche Politiker aufs Korn und resümiert: "Ich misstraue Politikern nur bei zwei Dingen: bei dem, was sie sagen, und bei dem, was sie tun." Klein singt, spricht mit dem Publikum, reagiert bisweilen auf dessen Zwischenrufe und zeigt sich als sympathischer und bescheidener Gastgeber.
Und der fast flehentliche Titel des Programms darf wohl eher als Gabe für seine Opfer, als für ihn selbst verstanden werden. Zu sehen ist das alles am 24. Mai im Langenfelder Schaustall.
„Sommertanz“ mitten im Winter? Der Titel soll nicht in die Irre führen, sondern verweist auf die Entstehungszeit dieses Gastspiels. Zwölf Jugendliche haben die Sommerferien 2006 genutzt, um mit internationalen Tänzern und Choreografen zu arbeiten. Über 50 Jugendliche erschienen zum Casting. Es ging weder um tänzerische Vorerfahrungen noch um Spitzenschuhe und weißes Tüll-Tütü. Gesucht wurden junge Menschen, deren Begeisterung fürs Tanzen groß genug ist, um mit Lust und genügend Ausdauer sechs Wochen lang das Leben von Profitänzern zu führen. Statt Abkühlung im Schwimmbad schwitzten sie beim täglichen Bodyworkout im Proberaum. Gibt es einen besseren Ort für so ein Tanzcamp als das Pina Bausch Mekka Wuppertal? Zum dritten Mal richtete die börse wuppertal unter andrem unterstützt von Landesmitteln dieses Kulturprojekt aus. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Jugendlichen erlernten von Hip Hop bis Ballett verschiedene Techniken. Sehnsüchtig, leidenschaftlich, verträumt, impulsiv, trotz verschiedener Stile, verbindet die Choreografen ein Ziel: Gemeinsam mit den Jugendlichen am Puls der Zeit zu tanzen, ihren Herzschlag und ihren Rhythmus aufzunehmen und ihre Talente auf den Tanzboden zu holen. Jung, unprätentiös und herzerfrischend authentisch.
Michael Klein „Lieber Gott – schmeiß bitte Hirn vom Himmel“01.02.07
Grüne Wälder, beschauliche Örtchen, skifahrende Holländer, verschreckte Rehe: Das ist das Sauerland. Viele große Namen sind diesem Landstrich entsprungen, seien es Politiker wie Münte, Merz oder der Bundespräsident a.D. Lübke (legendär: „Sehr geehrte Herren, sehr geehrte Damen, liebe Neger.“). Aber auch Lifestyle-Sternchen wie Birgit Schrowange und Sänger Sasha (bzw. Dick Brave) nutzten ihre beschauliche Kindheit zwischen Feld und Wald als Karrierevorbereitung. Für beabsichtigte Komik hingegen war das saure Ländchen bisher eher wenig bekannt. Aber nun gibt es Michael Klein, der mit seinem politischen und gesellschaftskritischen Programm „Lieber Gott – schmeiß bitte Hirn vom Himmel“ im Schaustall gastieren wird. Der jetzige Bonner spielt mit dem Genre Kabarett, mit Satire und Ironie. Mit knallhartem Wortwitz nimmt er sämtliche Politiker aufs Korn und resümiert: „Ich misstraue Politikern nur bei zwei Dingen: bei dem, was sie sagen, und bei dem, was sie tun.“ Klein singt, spricht mit dem Publikum, reagiert bisweilen auf dessen Zwischenrufe und zeigt sich als sympathischer und bescheidener Gastgeber. Und der fast flehentliche Titel des Programms darf wohl eher als Gabe für seine Opfer, als für ihn selbst verstanden werden. Zu sehen ist das alles am 24. Mai im Langenfelder Schaustall.
„Leerzeit“ Ein Stück jugendlicher Langeweile01.02.07
Ein Theater-Videoprojekt der Blinklichter - Jugendtheater Samstag (Premiere!), Sonntag, Mittwoch, Donnerstag, 3., 4., 7. und 8. Februar, 19:30 Uhr, € 7,–/4,– erm.
„Leerzeit“ erzählt Geschichten über Langeweile. Dabei vermischt sich die Fiktion manches Mal mit den Lebenswirklichkeiten der siebzehn- bis zwanzigjährigen Darstellerinnen. Denn Theater ist am spannendsten, wenn es vom Leben erzählt. Neben dem Bühnengeschehen dokumentieren Videoausschnitte was „echte“ Menschen zum Thema Langeweile zu sagen haben. Und eines wird versprochen: Langweilig wird es auf keinen Fall! Gibt es wirklich dieses „Dolce far niente“? Warum arbeitet man noch trotz 35 Millionen Euro Lottogewinn? Aus Angst vor Langeweile? Was passiert mit Menschen, die nichts zu tun haben? Wer vermag zu sagen, ob Müßiggang, wirklich aller Laster Anfang ist? Steckt in diesem Sprichwort Wahrheit oder ein wahrer Fluch? Ein Theaterstück für Jugendliche und Erwachsene mit Eileen Holzbecher, Laura Kalsbach, Mouna Maaroufi, Fabienne Mieglitz, Amelie Schultes, Anja Sikora, Carolin Stein.
Man teile die Menschheit in zwei Hälften: Die eine Hälfte mag Katzen, die andere Hunde lieber (mal abgesehen von dem spärlichen Rest, der beide Arten hasst). Für Hundeliebhaber gibt es ein reichliches Angebot medialer Beschau-ungsmöglichkeiten: von Film („Mein Partner mit der kalten Schnauze“), über TV („Lassie“ oder „Rint-Tin-Tin“) bis hin zum Comic („Scoobidou“) kann man sich an allen Facetten hündischer Eigenarten erfreuen. Die Katze als Held wird dagegen viel seltener in Anspruch genommen. Selbst die bekannteste Film-, TV-, Comic-Katze der Welt ist eher Antiheld denn strahlende Ikone: Garfield ist gemein, faul und gefräßig. Der Comicstar begeistert seit nunmehr 26 Jahren als Comic in 2600 Zeitungen, 130 Millionen verkauften Büchern mehr als 230 Millionen Leser weltweit und als Serienheld TV-Zuschauer in 43 Ländern. Nach dem Kinoerfolg der Realverfilmung von 2004 ist der dicke Kater jetzt auch als Musicalstar zu bewundern und verspricht dabei mehr Handlung und Action als Webbers Mülleimer-Katzen: Odie gewinnt gegen Garfield eine Casting-Show, was der Kater natürlich nicht hinnimmt und einen Gegenplan schmiedet. Als der gelingt, steht Garfield vor der Wahl: Hollywood oder heim zu John und Odie? Sympathisch und mit hintergründiger Komik erobert Garfield in diesem familienfreundlichen Musicalerlebnis am 16. Februar ab 16:00 Uhr im Langenfelder Schauplatz selbst Katzenhasser ad hoc.
Ken Bardowicks „Defekte Effekte“ Zaubercomedy01.02.07
Junge Männer, die sich bei Ebay einen Zauberkasten bestellen, um bei Familienfeierlichkeiten Geldscheine aus Onkel Ottos Ohr zu magieren und auf dem heimischen Esstisch Tante Lisbeth als vermeintliche Jungfrau zersägen wollen, gelten unter Gleichaltrigen gerne als Freaks. Sie genießen unter den hippen Kids (man möge diese Formulierung entschuldigen) mäßiges Ansehen: Stehen kleine Zauberer, die dem Zielgruppenalter Harry Potters entwachsen sind doch etwa auf einer Stufe mit leidenschaftlichen Schach-AG-Teilnehmern. Nicht so Ken Bardowicks! Der ist Mitglied des Magischen Zirkels, kaum über 30, sieht aus wie ein Oberstufenschüler, der auch mal blau macht und gilt als das Talent im Genre Magic-Comedy. „Defekte Effekte“ heißt sein aktuelles Programm, das die Zuschauer gleich kistenweise Bauklötze staunen lässt. Denn das, was er am 24. Febraur ab 20:00 Uhr im Schaustall charmant chaotisch an zauberhaften Tricks vorführen wird will Gott sei Dank so gar nicht an die durchschaubaren Kartentricks auf lauen Familienfeiern erinnern.
Der Januar im Schauplatz und Schaustall02.01.07
Veranstaltungen im Schauplatz + Schaustall
Samstag, 13. Januar, 20:00 Uhr Vorpremiere! Theatrales Kabarett! Mit Musik! Ars Vitalis „Fernwehen“
Schaustall, € 13,–/10,– erm.
Die drei Herren Huber, Sacher und Willmanns von Ars Vitalis beehrten erst kürzlich den Schauplatz, um ihn in Begleitung der bezaubernden Meret Becker mit köstlichen Chansons zu beschallen. Nun kehren die drei Leverkusener in Beamtenbekleidung ohne Frontfrau zurück und präsentieren ihre neue Show wieder zu dritt. Gewohnt wahnwitzig laden sie den geneigten Schaustall-Besucher zu einem musikalischen Abend der Superlative. Experimentierfreudig wie eh und je werden sprudelnde Brausetabletten und jodelnde Gummischläuche zu Instrumenten umfunktioniert und damit wird bewiesen: Bei Ars Vitalis ist alles möglich.
Seit über 25 Jahren tingeln die drei grauen Männer nun schon über deutsche Bühnen und schaffen es immer wieder, ihren Instrumenten nie da gewesene Töne zu entlocken. Lassen Sie sich am 13. Januar in eine kafkaeske Klangwelt außergewöhnlicher Musiker entführen, über die die Süddeutsche einst lobhudelte: „Ein Seelentonikum für die von unserer rationalen Welt Geschundenen, Medizin für die von immer gleichförmigen Reizen verkümmerten Sinne“. Also, Papphut auf und ab dafür!
Ein immer wieder gern missbrauchter Satz, vornehmlich von Kampfhundebesitzern oder Erziehungsberechtigten beißwütiger Kleinkinder. Im Falle von Wilfried Schmickler hofft der Veranstalter dennoch naiv und vertrauensselig auf die Wahrheit. Natürlich werden auch hier kritische Stimmen laut, die auf das wahrlich martialisch anmutende Veranstaltungsplakat Schmicklers zu seinem dritten Soloprogramm „Zum Dritten“ (mit blutiger Axt neben sich stehend) hinweisen. Doch auch bei Hunden gilt ja schon der althergebrachte Satz „Hunde, die bellen, beißen nicht“ oder selten oder so ähnlich. Die Axt steht auch hier mehr für die verbalen Hiebe, die am Ende eines jeden Jahres, der hochgeschätzte Künstler im Schaustall austeilt. Dieses Jahr gemäß dem Motto: Alles muss raus. Nach einem Jahr grauschwarz-rosaroter Trippelschrittmacherei beginnt der große Räumungsverkauf. Die letzten Sonderangebote auf dem Arbeitsmarkt, die billigsten Vorschläge. Niemand kommt ihm davon, denn wie tönt unser ehemaliger Ex-Alt-Außenminister:“ Das Licht am Ende des Tunnel, ist nicht das Ende vom Tunnel, sondern der entgegenkommende Zug!“ Aber sonst ist der beständige Rausschmeißer der Mitternachtsspitzen lammfromm. Und wehe, der Schaustall erstrahlt nicht adventsgemäß in vergnügtem Weihnachtsglanz! Dann kann der Herr Schmickler auch schon mal selber Hand anlegen. Also mal ehrlich: Der tut wirklich nix.
Karneval ist mithin eine schwierige Zeit. Vor allem, wenn man im Rheinland wohnt, Pappnasenpolonaisen auf der persönlichen Wertigkeitsskala ungefähr auf der Stufe einer Wurzelspitzenresektion liegen und brauchtumsaffiner Besuch von außerhalb kommt (schlimmer als Wurzelspitzenresektion: Freunde aus Holland, England oder Australien). Nun gibt es für den rheinischen Karnevalsmuffel – neben der Alternative, die Spaßbremse zu ziehen und den Besuch in der Heimstätte in Beugehaft zu nehmen – nur eine Möglichkeit: Der Alternativkarneval. Auch in Langenfeld gibt es dank Comic On die feine Gelegenheit zur etwas anderen Kanevalssitzung am 18. Januar im Schaustall. Bei „Jecke Zeiten“ wird unter präsidentaler Führung eines langjährigen Mitglieds der legendären Kölner Stunksitzung ein Kessel Buntes aus Sketchen, Comedy und Live-Musik geboten. Und, wer weiß, vielleicht singt der vermeintliche Sessionssauertopf am Ende eines langen, lustigen Abends am lautesten „Viva Colonia“.
Langenfeld:
Kino, Konzerte, Bühne und weitere Nachrichten.